Senioren des TSV 1846 wandelten auf Mozarts Spuren

29. November 2016

Es war wohl dem kalten, regnerischen Wetter geschuldet, dass sich am 10. November 2016 nur 18 statt der angemeldeten 25 Personen in der Schlosskirche in Mannheim einfanden, um den Ausführungen von Dr. Roland Würtz zu lauschen. Pünktlich um 14 Uhr begann der ehemalige Vorsitzende der „Mozart-Gesellschaft Kurpfalz e.V.“ und wohl bester Kenner von Mozarts Aufenthalten in Mannheim seinen Vortrag mit Anmerkungen zu dieser Vereinigung, seinem persönlichen Werdegang und leitete dann über zu den speziellen Beziehungen zwischen Mozart und Mannheim.

Dr. Würtz hatte die Schlosskirche als Ausgangspunkt für den Rundgang durch die Quadrate A-F gewählt, weil diese die Wirkungsstätte des Kurpfälzischen Hoforchesters darstellte. Wegen der hohen künstlerischen und technischen Qualität der Musiker und der stilbildenden „Mannheimer Schule“ hatte sich Mozart hier eine Anstellung erhofft. Im Jahr 1778, als Carl Theodor sich auf den Umzug des Hofes nach München vorbereitete, zerschlugen sich Mozarts Hoffnungen endgültig. Bis dahin hat er aber bei seinen vier Aufenthalten großen Eindruck hinterlassen und geprägt vom Mannheimer Musikleben, große Werke geschaffen.

Vor dem Westflügel des Schlosses stehend erblickt man die Turmspitze der Sternwarte. Mozart hatte sich dort als „Maitre de Chapelle“ ins Gästebuch eingetragen. „Kapellmeister“ war die ehrenvolle Anrede, mit der die Hofmusiker Mozart bedachten, obwohl er offiziell nie Kapellmeister war. Vom Schloss führte uns der Weg auf die andere Straßenseite zu A2 dem Palais Bretenheim. Zu Mozarts Zeiten war es noch kein großer Gebäudekomplex, sondern in fünf einzelne Häuser unterteilt. Im ganzen linken Gebäude unterrichtete Mozart zwei der vier unehelichen Kinder Carls Theodors am Klavier.

In B2, im damaligen Gasthof „Prinz Friedrich“, hatte sich Mozart 1763 nach einem Gastspiel in Schwetzingen erstmalig in Mannheim einquartiert, um sich einige Sehenswürdigkeiten anzusehen. Das Reiß-Museum gehörte noch nicht dazu; Mozart hat es nur als Baustelle erlebt. An der Fassade der Synagoge befindet sich eine Hinweistafel, 1990 gestiftet von der Mozart-Gesellschaft, die auf eine weitere Unterkunft Mozarts hinweist. Seine Mutter und er hatten sich bei Hofkammerrat Serraius in F3, 5 einquartiert. Die Mietkosten arbeitete Mozart ab, indem er der Stieftochter von Serrarius Klavierunterricht gab.

Von hier war es nicht weit zur Trinitatiskirche in G4m in deren Vorgängerbau Mozart die Stumm-Orgel spielte. Das Instrument sollte vor der Inbetriebnahme quasi technisch abgenommen werden und Mozart hat es sich nicht nehmen lassen, buchstäblich alle Register zu ziehen. Seine Mutter suchte hingegen die Kirche St. Sebastian am Marktplatz auf, um dort ihre Andacht zu verrichten.

Für uns war die Marktkirche die letzte Station auf den Spuren Mozarts, bevor es zu Kaffee und Kuchen ins Café Herrdegen ging.

Ein herzlichen Dank gilt der Seniorenbeauftragten Solveig Schrimpf, die ihren persönlichen Kontakt zu Dr. Würtz genutzt hat, um einen niveauvollen Rundgang für uns zu ermöglichen.

Angela Landgraf-Seidel

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