Fechten: Die 34-Jährige aus Offenbach gewinnt den 33. Preis der Quadratestadt gegen Anna Van Brummen in der Verlängerung

15. Januar 2018

Verlängerung auf der Planche. Wer beim Stand von 14:14 den nächsten Treffer setzt, gewinnt das 33. Damendegenturnier um den Preis der Quadratestadt. Hochkonzentriert belauern sich Monika Sozanska vom FC Offenbach (kl. Bild) und Anna Van Brummen. Dann wagt die US-Amerikanerin einen Ausfall, doch die Deutsche reagiert blitzschnell, trifft und reißt jubelnd die Arme hoch. Sechs Jahre nach ihrem letzten Sieg 2012 triumphierte die 34-Jährige erneut.

„Das war so wichtig, denn ich habe wegen eines Lehrgangs bei der Bundeswehr im November und Dezember gar nicht trainiert. Das Turnier hat echt Spaß gemacht und ich bin sehr froh, dass ich so gut in das Jahr gestartet bin“, ließ sie ihrer Freude freien Lauf. „Aber Anna hat mir konditionell alles abverlangt, am Ende habe ich all meinen Mut zusammen genommen. Heute war mein Kampfgeist stärker“, kommentierte Sozanska den knappen 15:14-Erfolg über die Angehörige der US-Nationalmannschaft, die seit zwei Jahren in Zürich lebt und vor einem Jahr einen Weltcup in China gewann.

Das Halbfinale sah noch ganz anders aus. Im Gefecht gegen die Schweizerin Alexandra Blum passierte neun Minuten wenig (1:1), erst in den 60 Sekunden der Verlängerung ging es zur Sache. Blum legte zum 3:1 vor, Sozanska zog ihrerseits auf 6:3 davon, doch dann kassierte zu siegesgewiss noch das 6:5. „Gegen Alexandra zählte vor allem die Konzentration“, resümierte die mit über zwei Dutzend WM-, EM- und Weltcup-Medaillen auch international erfolgreiche gebürtige Polin, die in diesem Jahr außer einer erfolgreichen Team-EM ein großes Ziel hat: „Mir fehlt noch eine WM-Einzelmedaille.“ Lob gab es vom neuen Damenbundestrainer Dominik Csobo: „Moni hat das sehr clever gemacht, sie war taktisch richtig gut. Ich beglückwünsche aber auch ihren Heimtrainer und Vater Pjotr“, gab er die Meriten gerne weiter. Eine Woche vor dem Weltcup in Havanna hatte Csobo beim Traditionsturnier des TSV 1846 Mannheim nach der Weihnachtspause und einem Lehrgang ein sechsköpfiges, für Kuba gemeldetes Team unter besonderer Beobachtung. Hinter Siegerin Sozanska und Van Brummen (2.) eroberte auch Alexandra Ehler (3., TSV Bayer Leverkusen) zusammen mit Blum (Schweiz) einen Treppchenplatz. In die Endrunde der besten acht von 106 Starterinnen schaffte es zudem Nadine Stahlberg (7., FCO). Doch Vanessa Riedmüller (13., Heidenheim), Vize-Europameisterin Alexandra Ndolo (18.), Ricarda  Multerer (20., beide Leverkusen) und die aus Neustadt stammende Beate Christmann (24., FC Tauberbischofsheim) blieben in den K.o-Runden hängen. „Das kann national passieren, wenn man gegeneinander kämpft“, kommentierte Csobo.

Neben Anna Hornischer (5. Heidenheimer SB) und Paria Mahrokh (8., Leverkusen) zog auch Lena Schöneborn (Wasserfreunde Spandau), die Olympiasiegerin im Modernen Fünfkampf, in die Finalrunde ein und wurde Sechste. Während Csobo und sein Amtsvorgänger Manfred Kasper kaum überrascht waren, hätte Schöneborn nicht mit einer Top-Platzierung gerechnet.

„Ich nehme bei den Spezialistinnen alles mit, was terminlich geht. Über Rang sechs bin ich restlos glücklich, denn 2017, bei meinem ersten Start in Mannheim, war ich viel schlechter. Aber mit meinem Fechten bin ich nicht so zufrieden, den ich wollte unbedingt mein Repertoire erweitern und einiges ausprobieren. Das ist mir nur teilweise gelungen“, bilanzierte sie.

Ein in Sachen Organisation rundum positives Fazit des erstmals eintägigen Turniers zog TSV-Abteilungsleiter Bernd Wendel – doch hätte er gerne mehr Zuschauer in der Friedrichsfelder Lilli-Gräber-Halle begrüßt: „Die Halle ist schon geeignet, auch wenn es für die Sportlerinnen kein heißes Wasser in den Duschen gab.“ Das fehlt übrigens schon seit Anfang November.

Quelle: Mannheimer Morgen, Montag, 15.01.2018

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