TSV 1846 erhält Qualitätssiegel des Landesverbandes als anerkannte Kindersportschule / Frühlingsfest mit Parcours in der Halle

23. März 2017

Die Halle ist noch geschlossen. Die Übungsleiter und ihre Helfer besprechen sich in lockerer Runde ein letztes Mal. Aber zwei vorwitzige Lausbuben in Trikots, die sie als Fans von Borussia Dortmund ausweisen, blinzeln schon einmal durch die Tür und wollen sehen, was gleich passiert. Sie können es kaum erwarten, mit als Erste beim Frühlingsfest der Kindersportschule "Kiss" des TSV 1846 Mannheim in der neuen Halle am Hans-Reschke-Ufer ihrem Bewegungsdrang freien Lauf zu lassen. Als es schließlich losgeht, sind die zwei kaum mehr von einem Turm wegzubringen. Dort werfen sie Bälle in einen Kanal, von wo diese in einen Korb nach unten fallen. Die zwei haben sichtlich Spaß.

In der Kindersportschule werden Jungen und Mädchen an mehreren Nachmittagen in der Woche zum Sport animiert. Für diese Arbeit bekam "Kiss" jetzt bei seinem Frühlingsfest das Qualitätssiegel "Anerkannte Kindersportschule" des Landessportverbandes Baden-Württemberg überreicht. TSV-Vizepräsident Joachim Hefele nahm diese Auszeichnung aus den Händen des Pforzheimer Vorsitzenden der baden-württembergischen Sportjugend, Tobias Müller, entgegen. "Der TSV hat die Kriterien mit Bravour erfüllt, so dass wir das Prädikat mit Freude vergeben", lobt Müller die Arbeit.

Vor fünf Jahren sei die Idee geboren worden, die jetzt einen guten Abschluss gefunden habe, freut sich Sportpädagoge Kalle Spies, der den steinigen Weg begleitet hatte. Mittlerweile besuchen rund 270 Kinder in 23 Gruppen die Kindersportschule. Hefele sieht noch Luft nach oben. "Wir hoffen auf etwa 300 bis 350 Kinder, die wöchentlich am Sport teilnehmen werden. Da der Verein, der inzwischen rund 4500 Mitglieder zählt, weiter wächst, scheint das Ziel gar nicht utopisch zu sein.

Beim Frühlingsfest ist die Halle mit dem von Sportstudenten aufgebaute Parcours in Windeseile von Jungen und Mädchen bevölkert. "Wir wollen, dass sich die Kinder, die zwischen fünf und zehn Jahre alt sind, hier einfach bewegen. Sie sollen dabei viel Spaß haben," sagt einer der Betreuer, Sportwissenschaftsstudent Marc Conde.

"Nicht zuletzt werden Kinder durch die sportliche Bewegung selbstständiger und sozial kompetenter," ergänzt sein Betreuerkollege, der angehende Sportökonom Jannic Hauser. Es sind nur hauptamtliche Sportfachkräfte mit Sportstudium oder ähnlicher Qualifikation, die die Kinder unterrichten.

Bei der Frage, ob ihr es Spaß macht, am Seil über Stangen zu turnen, schaut die fünfjährige Theresa erst ganz ungläubig, ehe ein fröhliches langgezogenes "Jaaa" als Antwort folgt. Sie turnt anschließend auch an einem schräg gestellten Barren und hüpft begeistert über alle Hindernisse.

"Wir wollen, dass die Kinder Freude an der Bewegung haben. Die soll zunächst einmal nicht auf eine bestimmte Sportart zielgerichtet trainiert werden. Erst später kann entschieden werden, welche Sportart dem Kind liegt", erläutert Übungsleiterin Anna Kronen.

Quelle: Mannheimer Morgen, Montag, 20.03.2017

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